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ruhe, das höchste glück auf erden...

 ...kommt sehr oft durch Einsamkeit nur in das Herz.

(http://www.youtube.com/watch?v=sUrTKETyS2g)

 

Hey mein Babsi,

ich habe dir lange nicht geschrieben, bin zu abgelenkt in letzter zeit... Wie geht es dir? der spruch, mit dem ich diesen text einleite, spricht mir momentan aus der seele.. ich bin gezwungen mich mal wieder selbst kennen und lieben zu lernen... dies geschieht auch nur durch die pure einsamkeit... ich versuche es dir bildlich darzustellen

Du bist gefangen in einem Traum, einer Traumwelt. Sie besteht aus einer endlosen grünen Landschaft, Hügel erstrecken sich soweit das Auge blickt und der hellblaue Himmel bildet den Horizont... du bist allein, es gibt keine anderen Lebewesen hier und du durchläufst verschiedene Stufen, verzweifelt noch andere Lebende zu finden; doch irgendwann kehrst du in dich und steigst auf einen der Hügel hinauf und setzt dich nieder. Und du blickst umher und dann spürst du es, das Glück, die Ruhe, das mit-sich-eins-sein.

Versteh mich nicht falsch, ich bin kein Kind von Traurigkeit, bei weitem nicht. Ich lebe in einer schizophrenen Realität momentan. Einerseits genieße ich die Einsamkeit, trotz dass ich dich vermisse und empfinde sie als schön, andererseits gehe ich auf partys, tanze, kloppe, saufe, ficke, schreie, nehme drogen, lache, lerne, lasse mich piercen, bald auch tätowieren, ... ich fresse die männer ohne rücksicht, es ist mir egal, sie sind mir egal... ich liebe dich und ich liebe den sex, also ist dieser kompromiss doch der beste, nicht wahr? man könnte sagen, ich liebe das leben und zu dem gehört immer beides, die einsam- und die zweisamkeit, und nie nur eins... und ich bin der meinung, man sollte bewusst beides zulassen ...wollen. (geh doch mal wieder klettern...allein :-) )

mit m. habe ich alles beendet, er nervt mich nur noch mit seiner dummheit. ich kann noch nicht mal über längere zeit mit dummen menschen schlafen, so sehr nervt mich ihre oberflächlichkeit. dumm klingt jetzt vll sehr absolut, aber er ist auf jeden fall dümmer als ich es bin, als du es bist. nun, er nervt mich, er würde gerne weiter führe, was wir begonnen haben und fragt ständig "ob man sich mal wieder treffen könnte" was mich auf die palme bringt.. seine widerlichen pseudo-gefühle gehen mich nichts an! mit o. treffe ich mich des öfteren, und es ist mir total egal, dass er gerade eben eine freundin hat von der er hofft, sie weder zu betrügen noch sie zu verlassen. aber was interessiert es mich? ich reize es bei jedem treffen mehr aus... einmal stand mir mein eigener rausch im wege, war mit ihm und einem kumpel unterwegs und wir wollten noch zusammen woanders hingehen, da lag ich letzten endes etwa 2h bewusstlos in nem abgeschlossenen klo im kathys, dass ich gefühlte 100-reale 50 mal zugekotzt hatte (vor und nach der bewusstlosigkeit)... auch mit r. treffe ich mich häufiger, er würde nur zu gerne (wieder) was mit mir anfangen, aber diesmal steht er sich selbst im weg, tut auf partys an meinem rockzipfel hängen wie mamas kleiner liebling, eifersüchtig andere männer, mit denen ich tanze oder ähnliches zu seite stoßen! und das ohne jedes recht, als wäre ich sein besitz. widerlich. tja, hätte er das nicht getan, wäre ich vielleicht -wie von ihm gewünscht an jenem trink-abend-  mit ihm nach hause gefahren, so bin ich aber mit einem anderen dageblieben... beim nächsten sauf-gelage, hing ich in den armen von p1, der "überall" berüchtigt ist für seinen frauenverschleiß... und? wen interessierts? mich nicht.. war mir egal, ist mir egal... und auf der letzten sauf-kiff party hab ich den mann gevögelt, der mir vorher die lippe blutig geschlagen hat...und zwar so laut, dass es auch der rest mitbekommen hat.. und so dreist... egal... spießroutenlauf in der uni vorbeugen mit lässiger kleidung und reuigem blick? vergiss es, dann erst recht! mini und overknees führten zum eröten des "verführten"...dieser p2...ihn gehe ich morgen oder übermorgen besuchen... und bei ihm muss ich wirklich aufpassen, ich mag ihn. aber er erinnert mich auch sehr stark an dich, arbeitet bei der lebenshilfe (wenn mich nicht alles täuscht sogar in "deinem heim" und wurde mit 18 vom vater rausgeschmissen..

warum mach ich das? warum bin ich so? ist es nur um dich zu vergessen? nein, es ist, ich habe die liebe aufgegeben, ich habe keine lust auf gefühle, weder meine, noch die des anderen... aber ich seh schon, ich werds nicht schaffen, ich bin zu weich :/ ich mag ihn wirklich... leider... ich bin aufgeregt bei jeder nachricht von ihm, mach mir jetzt schon gedanken über mein outfit und was wäre wenn und und und... aber ich weiß, dass trotz allem, mein herz gehört dir. auch wenn du es weder willst noch brauchst, so ist es doch das deine.

in liebe, 

dein kleiner vogel

 

Weit Im Nebel
grauer Ferne liegt mir das vergangene Glück.
Nur an einem schönen Sterne hängt mit Liebe noch der Blick
aber wehe des Sternes Pracht, ist es nur ein Schein der Nacht?
Die Liebe kann alles verlangen, doch auch vergänglich kann sie
sein.
Was dahin ist und vergangen, kann es denn die Liebe sein?
Wenn das Liebesglück auch flieht, der Liebesschmerz wird nie
vergehen 

 

---

der text war sogar mal noch länger, aber ich hab ne taste getroffen...

 

7.11.08 23:18


"verbindlich leben" (J. Schmidt)

"[...] Hier soll nicht dem Aushalten um jeden Preis das Wort geredet werden, aber ebenso wenig dem Preisgeben ohne Mühe. Hier soll nicht die >Fiktion der Dauer< um des Scheins willen verteidigt werden, aber auch nicht eine >Fiktion der Lösung<. [...] Verbindlichkeit ist keine Tugend, vielmehr ein politischer Begriff. Denn der Grad an Verbindlichkeit zeigt an, wie weit einer die Welt wahrnimmt, wie bewusst er in ihr lebt und wie er sich ihren Konflikten zu stellen in der Lage ist.

Auf dem Düsseldorfer Kirchentag des Jahres 1973 sagte Dorothee Sölle: >Heute erfahren viele die Welt als einen Supermarkt, konzentriert und geistesabwesend zugleich schieben sie ihren Wagen durch die Gänge, der Tod der Beziehungslosigkeit beherrscht die Szene.< Und: >Nicht das Abschiednehmen von einer Stufe des Lebens fällt uns schwer; für viele wird es überhaupt unmöglich, einen Zustand zu erreichen, in dem Wörter wie Abschied und Schmerz noch einen Sinn haben. Die Beziehungslosigkeit als das allesbeherrschende Totsein lässt den einzelnen Schmerz, der bitter und süß schmeckt, gar nicht erst aufkommen.< 

[...]Das Mittelmaß wurde zur neuen Messlatte, das Jein statt Ja und Nein, das Sowohl-als-auch satt des Entweder-oder, die Ausgewogenheit statt der Kritik, die Apathie statt der Leidenschaft. Wenn Menschen wie Sachen werden, über die man beliebig verfügen kann, die man hat oder eben nicht, zu denen man steht oder die man wegwirft, so muss das zwangsläufig auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen Auswirkungen haben. Dann werden auch sie unverbindlich, belanglos, langweilig und mittelmässig.

Um es in einem Bild zu sagen, das selber schon wieder ein Stück gesellschaftlicher Realität wiedergibt und ein Mosaikstein im großen Bild >Unverbindlichkeit< darstellt: Unsere Gesellschaft gleicht einer großen Party, auf der man kommen und gehen kann, wie es beliebt. Mit dem Sekt- oder Bierglas in der Hand steht man gelangweilt in den Gängen oder führt hier und da einen >Plausch<. Gesagt wird eigentlich nichts, aber das Geschwätz kommt nicht zum Verstummen, um einer selbst willen hält es sich ständig in Gang. Über dies und das spricht man, plaudert über Geschäfte, tauscht Stammtisch-Politik aus, spricht gern über Abwesende und hinter ihrem Rücken. Man möchte dazugehören, will gesehen werden, und die große Langeweile schiebt sich die Häppchen in den Mund; man hält sich bei Laune, Jeder passt auf jeden auf, alle passen sich allem an. Man braucht keinen Standpunkt, man will ja weiter kommen.

Verbindlichkeit dagegen wäre leidenschaftliches Engagement, wäre der Versuch wenigstens Gedanken und Taten, Reden und Tun zu einer Einheit zu bringen, wäre Klarheit der Überzeugungen, die Fehler mit eingeschlossen, aber auch das Bekennen solcher Fehler. Auch Verbindlichkeit schließt Kompromisse, niemals aber mit dem Tod, was vor allem heißt, mit Leben tötenden Verhältnissen. Verbindlichkeit will sich festlegen lassen, beim Wort genommen werden, und wird deshalb verletzbar. Menschen werden ihr nicht zu Objekten, zum Spiel ihrer Launen. Sie nimmt ihr Gegenüber ernst und ist bereit, mit ihm gemeinsam, Konflikte auszuhalten und durchzustehen.

Mit den Widersprüchen unserer Gesellschaft, mit ihren Jeins und Sowohl-als-auchs lässt sich auf Dauer nicht leben."

8.11.08 13:50





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